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Geschichte und heutige Bedeutung der

Teresianischen Karmel – Gemeinschaft in Deutschland

Historische Skizze: Die Wurzeln der Laiengemeinschaft des Teresianischen Karmel reichen bis ins 13. Jahrhundert zurück, als zur Zeit der Kreuzzüge Pilger und Kreuzfahrer aus dem Abendland sich um die Eliasquelle am Berg Karmel in Palästina niederließen und eine Lebensgemeinschaft gründeten, der der lateinische Patriarch Albert von Jerusalem um das Jahr 1209 eine Lebensregel gab: Wie Elija fast 2000 Jahre vor ihnen, wollten auch sie mit Gott als einer lebendigen Wirklichkeit, als einem personalen Gegenüber durchgängig in ihrem Alltag leben – in „geistlichen Übungen“ genauso wie in alltäglichen Verrichtungen.

Nach der Vertreibung aus dem Heiligen Land fassten die „Karmeliten“ als neuer Orden schnell Fuß in Europa; sie gründeten wie Franziskaner und Dominikaner zahlreiche Klöster, in Deutschland erstmals 1249 in Köln. Im späteren Mittelalter allerdings erschlaffte - durch verschiedene Zeitumstände bedingt - die ursprüngliche Strenge im Orden; es kam zu verschiedenen Reformversuchen, deren bedeutendster die Teresianische Reform war, auch „Unbeschuhter“ Karmel genannt: Die hl. Teresa von Avila gründete 1562 den Schwesternkarmel San Jose zu Avila und 1568 zusammen mit dem hl. Johannes vom Kreuz das erste Männerkloster der Reform zu Duruelo, denen weitere Klostergründungen folgten; die Teresianische Reform verbreitete sich sehr rasch über ganz Europa. Im Umfeld der „alten“ und der „neuen“ Klöster entstanden Vereinigungen von Gläubigen, so genannte „Dritte Orden“, die an ihrem Platz "in der Welt" nach der Spiritualität des betreffenden Ordens leben wollten.

Als sich die Kirche im Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-65) wieder des eigenen Charakters der Laienberufung bewusst wurde, hat man diese Bezeichnung aus dem Wortschatz des Kirchenrechts gestrichen. So ist aus dem "Dritten Orden der Unbeschuhten Karmeliten" die Teresianische Karmel - Gemeinschaft (TKG) geworden. Zum Zeichen ihrer Zugehörigkeit zur Karmelfamilie werden die Mitglieder in unserer deutschen Ordensprovinz Familiaren genannt - ein Begriff, der in einigen anderen Mönchsgemeinschaften eine lange Tradition hat.

Die Gemeinschaft und ihre Mitglieder heute: Die Teresianische Karmel - Gemeinschaft besteht heute aus katholischen Christen, die in ihrem jeweiligen Beruf und Stand, als Eheleute oder als Alleinstehende, als Laienchristen oder als Weltkleriker, aus den geistlichen Quellen der Tradition des Karmel leben möchten. An zentral gelegenen Orten kommen sie regelmäßig (zum Teil monatlich, zum Teil in achtwöchigen oder vierteljährlichen Abständen) zusammen, um sich im Glauben weiterzubilden, sich miteinander auszutauschen und voneinander zu lernen. Gemeinsame Gebetszeiten, Eucharistiefeiern, „Bibelteilen“, Glaubensgespräche und Reflexionen über Fragen des geistlichen Lebens, orientiert an der Lehre und dem Lebensbeispiel großer Karmeliten, sind ihnen eine Hilfe, ihr Berufs- und Familienleben im Alltag aus der Freundschaft mit Gott zu gestalten.

Die nach den Zweiten Vatikanischen Konzil erneuerten und im Sommer und im Jahre 2006 herausgegebenen „Dokumente der TERESIANISCHEN KARMEL-GEMEINSCHAFT in Deutschland. Regel – Konstitutionen . Provinzstatuten – Rituale“ sind sind keine Ordensregel mit detaillierten und verpflichtenden Anweisungen; sie sind ein geistliches Dokument, das Christen, die unter verschiedenartigsten äußeren und inneren Bedingungen leben, nicht mehr und nicht weniger als eine bewährte Richtung zeigen will. Der geforderte Einsatz liegt in der Treue zum Charisma des Ordens, das weitgehende Eigenständigkeit gegenüber der typischen Lebensweise von Ordensleuten und volle Wertschätzung des je persönlichen Lebensstandes gewähleistet sehen möchte. In der Teresianischen Karmel - Gemeinschaft ist die Zahl der konkreten Lebensformen so groß wie die Zahl ihrer Mitglieder; was alle eint, ist der Geist, aus dem sie zu leben versuchen.

Die Teresianische Karmel - Gemeinschaft ist ein Weg für Christen, die die Erfahrung Teresas teilen: "Gott ist es wert, ein Leben lang gesucht zu werden."

 

mainz

Wer in seinen Auffassungen und in seiner Frömmigkeitspraxis "festgelegt" ist, wird schwer einen wirklichen Zugang zu dieser "auf 's Ganze" gehenden Spiritualität finden können. Sie setzt kritische Wahrheitsliebe - vor allem auch im Umgang mit sich selbst voraus - und die Bereitschaft, aus den "Kinderschuhen" der Glaubens- und Lebenseinstellungen herauszuwachsen und sich auf das Reich Gottes hin zu verändern und verändern zu lassen.

Interessenten wenden sich bitte an die Deutsche Ordensprovinz der Unbeschuhten Karmeliten (Provinzialat, Dom – Pedro – Str. 39, 80637 München).

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